Geschichte und Fakten

Wo kommen sie her, was macht sie aus?



Einleitung:

Vorneweg soll gleich einmal die "Ewige Frage" Dromedar, Trampeltier oder Kamel beantwortet werden?

Ist doch ganz einfach:
Ein Trampeltier hat zwei Höcker, ein Dromedar nur einen und beide gehören zur Familie der Kamele.



Beduinen mit Kamel






Geschichte:

Die Wissenschaftler vermuten, dass unsere Vorfahren vor mehr als 40 Millionen Jahren in Nordafrika gelebt haben.

Beduinen mit KamelDie Evolution aller Kamelarten fand in Nordafrika statt.
Trotz der Tatsache, dass die Vorfahren der Lamas und Kamele anscheinend im Eozänzeitalter auseinderstrebten, wurden sie unter sich bis zum Pleistozänzeitalter nicht geteilt.

Als die Vorfahren der Kamele durch die Behringstrasse zogen, die zeitweise eine Brücke nach Asien bildete, wanderten die Lamas nach Südafrika weiter und breiteten sich dort aus. In ihrem Ursprungsland Nordafrika starben die Kamelarten aus. Einmal in Asien zogen die Kamele nach Osteuropa, dem Mittleren Osten und nach Nordafrika. Man glaubt, dass sich das Dromedar aus dem Bactrian Kamel (Sie haben zwei Höcker) entwickelte.
Dessen ungeachtet könnten die Höcker auch das Ergebnis ihrer Zähmung sein.
Von den wilden Kamelen, die sich Seite geschichtlichen Zeiten (3000 vor Christus) in Nordafrika ausbreiteten, sind nur noch die gezähmten übriggeblieben.
Trotzdem gibt es eine kleine Anzahl von Bactriankamele (300 700) die man in einem kleinen Wüstengebiet von Trans Altai Gobi ausmachen kann und die als wilde Herde betrachtet.

Die letzten wilden Kamele sind die dünn beinigen, kleinhöckrigen Tampeltiere der Wüste Gobi.
Andere wilde Herden stammen nur von Haustieren ab, die einfach ausgebüchst sind.
Durch langes Züchten sind Kamele Lastentiere geworden und für eine Wüstenreise ideal!
Mit seinen kurzen, starken Beinen und dem langenm dunklen Winterkleid ist das Tampeltier auch gut für Arbeiten im Gebirge und in den kalten Wüsten Zentralasiens geeignet.

Evolution



Fakten Kameliden:


Kamel, Dromedar und Trampeltier Ordnung Paarhufer Artiodactyla Unterordnung Nichtwiderkäuer Nonruminantia Unterordnung Schwielensohler Tylopoda Familie Kamele Camelus

Gattung: Altwelt- oder Großkamele:
Einhöckriges Kamel,
Dromedar (Camelus dromedarius)
Zweihöckriges Kamel,
Trampeltier (Camelus ferus f.bactrianus)
Zweihöckriges Wildkamel (Camelus ferus)

Gattung: Neuwelt- oder Kleinkamele:
Vikunja Lama vicugna
Guanako Liama
Lama guanicoe f glama
Alpaka Lama guanicoe f paco



Deutscher Name Trampeltier:


Verballhornung und Eindeutschung des Namens Dromedar in Trampeltier.

Evolution



Deutscher Name Dromedar:


Abgeleitet von „dromedarius“ was übersetzt Läufer bedeutet.

Evolution

Fakten Kameliden


Kopfrumpflänge:

  • Dromedar und Trampeltier ca. 300 cm
  • Schwanzlänge: ca. 50 cm
  • Höhe: bis ca. 230 cm
  • Gewicht: 600 bis 1000 kg

Höcker:

  • Dient bei Dromedar wie Tampeltier als Fett- , nicht als Wasserspeicher

Brunft:

  • Altweltkamelhengste sind während der Brunft äußerst unberechenbar und mit großer Vorsicht zu hantieren.
  • Die Brunftzeit für Trampeltiere dauert ca. von Januar bis März. Die Brunftzeit der Dromedare liegt ebenfalls in der kalten Jahreszeit.
  • In unseren Beitengraden kann sie ein halbes Jahr und länger andauern.

Paarung:

  • Alle Kamele decken im Liegen

Tragzeit:

  • 370 - 440 Tage
  • 1 Kamelfohlen pro Geburt
  • Geburtsgewicht: 30 - 50 kg
  • Entwöhnung: mit 1-2 Jahren
  • je nach Entwicklung Geschlechtsreife: mit 3 - 6 Jahren

Kreuzungsprodukte:

  • Dromedar und Trampeltier sind miteinander fruchtbar kreuzbar. Diese Hybriden werden Tulus genannt.

Lebensdauer:

  • durchschnittlich 40 Jahre

Nahrung:

  • vegetarisch - Blätter in selbst sehr dornigen Büschen und Bäumen, Kräuter, Gräser, salzhaltige Pflanzen.

Lebensraum:

  • Im allgemeinen Wüsten- und Steppengebiete

Dromedar:

  • Arabien
  • Afrika
  • Australien
  • Pakistan
  • Indien
  • Spanien
  • Allgäu

Domestiziertes Trampeltier:

  • Zentralasien
  • China
  • Mongolei
  • Kasachstan

Wildkamel:

  • Restbestände in Transaltai
  • Gobi
  • Nationalpark
  • Lop Nor

Anpassung & Lebensraum



Beiden Kamelarten ist die sprichwörtliche Genügsamkeit zu eigen. Dromedar wie Trampeltier sind an die extremen Bedingungen ihres Lebensraums genial angepasst:

Die Physiologie der Blutes der Kamele erlaubt einen Wasserverlust bis zu einem Viertel des Körpergewichts, während beim Menschen bereits 10 % lebensgefährlich sind.

Die Nase ist durch einen kräftigen Muskel verschließbar.
Das Naseninnere kann den Wasserdampf der Ausatemluft resorbieren.
Die Körpertemeratur der Kamele kann bei Wassermangel zwischen 34°C nachts und 41°C in der Mittagshitze schwanken. Dadurch wird der Wasserverlust durch Schwitzen verringert.
Der Temperaturüberschuß wird nachts wieder ausgeglichen.
Die erhöhre Körpertemperatur am Tag bewirkt auch ein geringeres Temperaturgefälle zwischen Körper- und Außentemperatur.
Wärme wir nur langsam aus der heißen Außenluft in der kühleren Körper geleitet, was ebenfalls eine große Wassereinsparung bewirkt.
Fett ist ein schlechter Wärmeleiter.
Die Höcker der Grosskamele dienen also nicht nur als Energiereserve, sondern schützen sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte. Ebenso wirkt das dichte Fell.
Ggeschorene Kamele verlieren deutlich mehr Wasser durch Schwitzen als ungeschorene Tiere.

Nutzung:



In ihrer Heimat zählen sowohl Dromedar als auch Trampeltier zu dem Nutztieren, die durch kein anderes Haustier ersetzt werden können.
Man nutzt Wolle, Fleisch, Haut, Milch, Knochen, selbst den Dung der Kamele.
Der Milch wird heilende Wirkung nachgesagt. Tatsächlich findet man in Kamelmilch eine außergewöhnliche Menge eines Enzyms mit antibakterieller Wirkung.
Die als Lysozym bezeichnete Eiweißverbindung ist für die lange Haltbarkeit der Rohmilch verantworlich.
Die Milchleistung ist beachtlich: bis 5 Liter beim Trampeltier, spezielle Milchdromedare geben bis zu 20 Liter Milch am Tag.
Besonders hoch können die Milcherträge bei Tulus sein.